Zuendende Formen und Farben

Schwyz ist um eine Kunstgalerie reicher. Esther Gwerder hat sich an der Rathausgasse ein Nähatelier eingerichtet. In den strassenseitig gelegenen altehrwürdigen Räumen zeigt Heidi Schellwanich ihre farbenprächtigen Papier-Objekte.

Früher wurden an der Schwyzer Ratskellergasse 2 edle Weine degustiert, seit Anfang Monat laden ebenso edle Stoffe sowie Kunstobjekte zum Betrachten und Kaufen. Die Schneiderin Esther Gwerder ist nach fünfjähriger Tätigkeit von ihrem bisherigen Atelier mitten in den Dorfkern gezogen. Da sie gleichzeitig für Kunstwerke schwärmt, hatte sie eine zündende Idee: Leute, die handgewobene Stoffe und perfekte Massarbeit schätzen, dürften auch Freude an der farbigen Welt der Kunst haben.

Luftiglustige Windfahnen

«Kunst und Kleider» feiert Premiere. Mit 23 Werken aus Papier, Kleister und teilweise Metall eröffnet die auch als Sozialpädagogin tätige Heidi Schellwanich den Galeriebetrieb. Modische kleine Figuren sitzen auf dem Fensterbrett als Wegweiser zum dahinterliegenden Nähatelier. Ihnen ähnlich sind die «Sprösslinge» mit Goldketten, Hochzeitsschleier, Lorgnons oder urbanen kleinen Hüten sitzen sie selbstbewusst da. Äusserst gelungen ist «Raum 1», zwei verloren in einer Röhre hausende Menschen. Frappant auch die Wirkung vom «Quadrat», das aus der Distanz wie ein elegantes Sofakissen aussieht. Und sinnig der Titel «Verlängerter Flügel» mit der Vogelschar, die sich nicht auf eine gemeinsame Richtung festlegen kann. Wie luftiglustige Windfahnen wirken daneben die Papierobjekte auf schlanken Stangen. Im Nähatelier stösst man auf eine Auswahl kostbarerer handgewobener Stoffe. «Die Kundinnen und Kunden können jedoch auch ihre eigenen Materialien mitbringen», ergänzt Esther Gwerder.

Bote der Urschweiz