Traditionen durch Linse sehen

Als «Zwischenraum Forum für junge Kunst» präsentiert die Galerie «Kunst &Kleider» derzeit eine Fotoausstellung. Nathalie Henseler Pfyl zeigt unter dem Motto «Schwyz parallel» die Faszination der Schwyzer Fasnacht und des Schwingsports auf.

Schwyz.– Ein paar Schritte vom für das Jubiläums-Japanesenspiel hergerichteten Hauptplatz entfernt, bei Kunst & Kleider in der Ratskellergasse, stieg Ende Woche eine gut beachtete Vernissage. Die Journalistin und Fotografin Nathalie Henseler Pfyl ist Ritualen wie dem Priis-Chlepfä und Fyrabig-Nüsslä auf die Spur gegangen. Sie lichtete den Maschgradenvater und sein Gefolge ab. Unter den 13 Fotos auf Holz im Zeichen der Schwyzer Fasnacht sind Kleinstformate wie der Kinder-Bajazzomit seinem prächtigen Hut bis zum nüsselnden Blätz in der stattlichen Grösse bis zu einem Meter. Sie alle vermelden die Faszination, welche die lustig-lautenTage auf Kinder und Erwachsene ausstrahlen. Neben farbigen Stimmungen locken auch Verse: «Mit Chlepfä die bösen Wintergeister vertreiben, tägg-tätägg-tägg. Einmal im Jahr Raum lassen – Chaos, Narrentanz, Rhythmus, Intrigen. Orangen, Süsses, Servelat – sind so guet, liebä Maschrad.»

Schwingfeste im Fokus

«Schwyz parallel» – die Wand rechts vom Eingang ist dem Schwingen gewidmet. Nathalie Henseler Pfyl ist in Goldau aufgewachsen; unter dem Berg, auf dem der Rigi-Schwinget steigt. WeitereFotos sind auf dem Stoos und beim «Eidgenössischen» in Luzern im Jahr 2004 entstanden. Manche zeigen schnelle Aktionen im Ring, andere einen im Sägemehl liegenden Mann oder einen Konkurrenten, der sich im Freien Brunnenwasser ins erhitzte Gesicht spritzt. Da sind die ungewohnten Konterfeis von Martin Grab, Philipp Laimbacher und andern erfolgreichen Herren dieser Disziplin.

Nathalie Henseler Pfyl hat für auflagestarke Zeitungen gearbeitet. Ihre Fotos stellt die mit ihrer Familie am Hauptplatz wohnhafte Frau jedoch zum ersten Mal aus.  Die Vernissagebesucher reagierten fasziniert. Esther Gwerder von «Kunst & Kleider» beabsichtigt, ihre Galerie künftig zweimal jährlich als Forumfür jungeKunst zur Verfügung zu stellen. (go)

Bote der Urschweiz