Karikaturen – bestuerzend aktuell

Bis zu seinem Tod hat Hans Geisen täglich für die «Basler Zeitung» karikiert. Die Galerie von Esther Gwerder in Schwyz zeigt neben Aquarellen und Zeichnungen einen Querschnitt seiner rund 6000 Karikaturen. Das Thema Naher Osten wirkt erschreckend aktuell.

Mit Esther Gwerder freut sich Alexander Geisen über die gelungene Retrospektive für seinen Vater Hans.

-go- In der Galerie an der Ratskellergasse 2 in Schwyz ist momentan die Ausstellung «Ein gezeichnetes Leben» zu sehen. Der Karikaturen-Querschnitt zeigt die Themen Wetter,  Weihnachten/Jahreswechsel, Öl und Naher Osten. Schwarz-Weiss-Blätter dokumentieren, dass es der Mensch in Sachen Frieden nicht weitergebracht hat. 1967 schon schuf der unter dem Kürzel Gei zeichnende Mann ein Bild, auf dem ein Uno-Soldat ungläubig auf eine Bombe schaut, die eben von einem Israeli gezündet wird. Auch die vor zwölf Jahren erstellte Karikatur mit dem Frieden auf der Wartebank in der Hoffnung auf Abrüstung könnte aus Zeitungen vom November 2003 stammen.

Ode an Maupassant

Was Waffengänge anrichten, hat der 1919 geborene Hans Geisen selber erlebt. Nach drei Jahren als Funker in Russland geriet er in Kriegsgefangenschaft in den USA. 1946 reiste er nach Europa zurück ins total zerbombte Würzburg. 1957 erschienen erste Cartoons in der «Westfälischen Rundschau ». Zehn Jahre später zog Geisen mit seine Familie nach Basel und begann dort seine erfolgreiche Laufbahn als Karikaturist. Neben Cartoons hängen in der Galerie auch meisterhafte Aquarelle und Tuschzeichnungen, darunter Erinnerungen an Novellen Maupassants. Zur Vernissage vom vergangenen Wochenende war der Sohn des inzwischen verstorbenen Kosmopoliten angereist. Unter dem Nachlass seines Vaters hat er für die Schwyzer Galerie eine nachdenklich machende, traurige wie auch amüsante Schau zusammengetragen.

Bote der Urschweiz