Werke, die aus bearbeitetem Schmirgelpapier entstehen

SCHWYZ Die Galerie «Kunst und Kleider» zeigt Werke des gebürtigen Ibächlers Klaus Mettler. Er blickt auf eine Vita zurück, in der die Kunst immer eine grosse Rolle spielte.

Galeriebesitzerin Esther Gwerder und Künstler Klaus Mettler.

Bereits früh kam Klaus Mettler mit Kunst in Berührung: Einerseits malte sein Onkel herrliche Bilder, die den jungen Klaus beeindruckten und prägten, andererseits liess sich sein älterer Bruder und heutige Schriftsteller Clemens zum Zeichnungslehrer ausbilden, da auch er grosse Begabung im darstellerischen Bereich an den Tag legte. Der grosse Wunsch des in Ibach geborenen war es deshalb, eine Kunstschule besuchen zu können. Durch seine Arbeit bei der Victorinox konnte er sich diesen Traum auch erfüllen und besuchte mit dem angesparten Kapital die alternative «Farb+Form»-Schule in Zürich, wo er ab 1976 einer Künstlerwohngemeinschaft beitrat. «Das war eine sehr kreative Umgebung», erklärt der vitale 67-Jährige rückblickend und fügt hinzu, dass sich die Bewohner «gegenseitig Motivation sowie Inspiration» waren und oft auch an denselben Ausstellungen teilnahmen.

Arbeit entscheidend für seine Kunst

Für den Lebensunterhalt arbeitete Mettler in einem Rahmenatelier, wo er alte Bilderrahmen abschliff, damit diese erneut bemalt und dadurch wiederverwendet werden konnten. Ohne genau zu wissen weshalb, sammelte er das abgearbeitete Schleifpapier und bewahrte es sorgfältig auf. Vor einigen Jahren kam Klaus Mettler dann die Idee, diese Arbeitsutensilien kreativ verwenden zu können, und so zog er auf den alten Schmirgelpapieren mit einem Farbstift gewisse Konturen nach oder hob einige bereits in Ansätzen vorhandene Muster noch stärker hervor. Die so bemalten Schleifpapiere setzte er collageartig zu Bildern zusammen. Entstanden ist eine eindrückliche Sammlung, die über 20 Werke beinhaltet und vollumfänglich in der Galerie «Kunst und Kleider» bestaunt werden kann.

Werkzeuge werden zur Kunst

Spannend an dieser Arbeit fand Mettler, dass Gebrauchsutensilien, wie es Schleifpapiere sind, in einen künstlerischen Prozess eingebunden werden: «Diese Werkzeuge wurden ursprünglich dazu verwendet, Kunst zu ermöglichen x-ünd zu veredeln – nun sind sie selber zu Kunst geworden.» Diese Idee des «Recycelns» faszinierte ihn ebenfalls, weil sie mit seinem langjährigen Meta-Motiv übereinstimmte: dem Zufall. Die Formen und die bereits vorhandenen Muster sowie die Acrylrückstände der Glassandpapiere sind zufällig entstanden, die Anordnung und die Bearbeitung mit dem Farbstift ist jedoch Klaus Mettlers Kreation. Dadurch entsteht eine reizvolle Mischung aus Ordnung und «mir unbekannt gebliebenen Gesetzmässigkeiten», wie der Künstler erklärt.

Nächste Projekte noch ungewiss

Was er als Nächstes machen wird, weiss Klaus Mettler noch nicht. Sicher ist aber, dass die Sandpapier-Collagen abgeschlossen sind. «Nur schon, weil ich die gesammelten Schmirgelpapiere alle aufgebraucht habe», schmunzelt Mettler.

Neue Schwyzer Zeitung